Erwin Ebermann366 Zusammenfassung Afrikas demographische Strukturen haben gegenüber denen des Fernen Ostens strukturelle Nachteile, die sich in erheblichen Entwicklungsbarrieren bemerkbar machen: 1. Kleine Landesbevölkerungen: erschwerter Aufbau von Infrastrukturen; Kon-sumwandel, Brain-Drain Afrikanische Länder haben oft eine große Fläche, aber meist nur eine kleine Bevölkerung. Die Staaten Subsaharaafrikas weisen eine durchschnittliche Be- völkerung von 6 Mill. Einwohnern, die Staaten Ost- und Südostasiens hingegen von 44,1 Mill. auf. Nur 7 Staaten in Subsaharaafrika haben mehr als 20 Mill. Einwohner, was wegen der kleinen Binnenmärkte Industrialisierungsvorhaben und den Aufbau von Infrastrukturen erheblich erschwert. 2. erschwerte politische Willensbildung durch ethnische Inhomogenität In Afrika hat die jeweils größte Volksgruppe einen Anteil von 45% an der Ge- samtbevölkerung, im Fernen Osten von 80% (Median). Dadurch wird die politi- sche Willensbildung wesentlich verlangsamt und erschwert. Gleichzeitig dürf- ten mit zunehmender ethnischer Diversifizierung (bei geringer staatshistorischer Tiefe) die Identifikationsprobleme der Bevölkerung mit dem Staat steigen. 3. politische Willensbildung erschwert durch wachsende ethnische Inhomogeni-tät mit steigender Bevölkerungsgröße Mit wachsender Bevölkerungsgröße afrikanischer Länder steigt deren ethnische Vielfalt. Dadurch werden gerade die Bevölkerungsriesen Afrikas nur schwer zu den politischen und wirtschaftlichen Motoren der Regionalentwicklung, die mit ihren größeren Binnenmärkten leichter Industrien aufbauen, dafür Rohstoffe und Arbeiter aus benachbarten Ländern hereinholen, und über Zukauf und Ar- beitslohnabflüsse positive Einflüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung be- nachbarter Staaten ausüben könnten. Große Staaten wie Nigeria, Zaire, Sudan, Äthiopien sind durch ihre ethnische Vielfalt häufig innenpolitisch paralysiert. 4. abnehmende Bevölkerungsdichte mit steigender Bevölkerungsgröße: er-schwerte Marktbildung Afrikas Großstaaten sind ethnisch inhomogener und gleichzeitig auch dünner besiedelt als seine Kleinstaaten (r=-0,02). Im Fernen Osten steigt hingegen die Dichte mit der Bevölkerungsgröße an (r=0,37). Dadurch wird die Binnenmarkt- entwicklung in Afrika erschwert und im Fernen Osten erleichtert.