Santner/Adam-Maxova/Ebermann184 Vergleichende Reaktionen auf afrikanische und österreichische Stellensuchende: eine Feldstudie Ergebnisse und Erfahrungen konkreter Bewerbungen Friedarike Santner, Eva Adam-Maxová und Erwin Ebermann In einer nächsten Stufe wollten wir in einer beschränkten Feldstudie herausfin- den, ob sich die vermuteten Vorurteile auch im konkreten Verhalten von öster- reichischen Personalmanagern und Arbeitgebern wiederfinden. Wir wählten da- zu folgenden Versuchsansatz: Wir bewarben uns für reale Stellenangebote mit jeweils 2 Bewerbun- gen, eine im Namen von AfrikanerInnen, eine im Namen von ÖsterreicherIn- nen. Um Chancengleichheit zu schaffen und um im Vorhinein das billige Ar- gument zu entkräften, daß man zwar nichts gegen AfrikanerInnen habe, aber keine Probleme mit fehlenden, allzu eingeengten oder problematischen Arbeits- genehmigungen wolle, gaben wir bei den afrikanischen Bewerbungen an, daß eine österreichische Staatsbürgerschaft und dementsprechend auch unlimitierte Arbeitsgenehmigung vorläge. Gleichermaßen seien durch lange Verweildauer in Österreich auch die Deutschkenntnisse praktisch perfekt. Wir achteten darauf, daß die austro-afrikanischen Bewerbungen qualita- tiv zumindest auf dem gleichen Niveau wie die österreichischen Bewerbungen lagen, d.h. daß zumindest ähnliche Qualifikationen und Berufserfahrungen an- gegeben wurden, wobei nach unserer Einschätzung sogar eine geringfügig hö- here Qualifikation bei den fiktiven AfrikanerInnen vorlag. Um auszuschließen, daß eine Ausbildung in Afrika gegen den Kandidaten spräche, gaben wir bei den austro-afrikanischen Bewerbungen weiters an, daß der wesentliche Teil der Ausbildung in Österreich erfolgte. Jeder in den Stellenausschreibungen verlang- te Punkt wurde in den austro-afrikanischen Bewerbungen zur Gänze erfüllt, mit Photos wurde eine plastische Vorstellung von den BewerberInnen gegeben. Damit sollten nur mehr zwei Faktoren unterschiedliche Bewerbungserfolge er- klären können: unterschiedliches Aussehen (wesentlich von der Hautfarbe do- miniert) sowie unterschiedliche Herkunft, besonders am Namen erkenntlich. Afrikanische Männer auf dem Wiener Arbeitsmarkt Friedarike Santner und Eva Adam-Maxová 145 Wir sind beide durch Studium, außeruniversitäres Engagement in menschen- rechtlichen und sozialen Fragen, Freundschaften, Erfahrungen in Familie und weitere persönliche Kontakte für die Probleme von AfrikanerInnen auf dem 145 Der vorliegende Artikel beruht auf Untersuchungen, die von uns anläßlich der Lehrveranstal- tung „Afrikaner in Wien“ am Institut für Kulturanthropologie im SS 2000 unternommen wurden.