Vorurteile gegen Afrikaner 51 Pichlhöfer untersuchte Assoziationen zu Afrika anhand ausgewählten Bildmate- rials und überprüfte das Wissen der Studierenden mit einem kleinen Wissenstest (dessen Fragen allerdings nicht immer einfach zu beantworten waren). Für viele Mitglieder der Bildungselite bleibt Afrika ahistorisch, ohne Wand- lung, der Kontinent der Natur und der Naturmenschen, jeglicher Zivilisation ab- hold, die unsere ewigen Vorfahren darstellen (ebenda, S. 207): „Von den meisten Interviewten wird Afrikanern Zivilisation abgespro-chen. Im vorliegenden Fall zeigt uns das Wort " noch" eine sozialdarwi-nistische Bewertung an: "noch eine ganz andere Kultur [...] Noch Wun-derheiler, so an alten Mythen festhaltend ". Die Wertungen erfolgten dabei zum Vorteil der Bewertenden, indem die andere Kultur im Sinne einer linearen Entwicklung als Vorstufe zur höheren, eigenen Stufe ge-dacht wird.“ Was Pichlhöfer an Kerneindrücken bei Studenten beschreibt, deckt sich mit den Ergebnissen dieser Studie und mit vielen eigenen Erfahrungen auch mit anderen befragten Gruppen. Das dominierende Afrikabild ist immer noch eines der Rückständigen, der ewig Natürlichen im Gegensatz zu den Zivilisierten. Be- denklich daran ist, daß sich diese Denkschablone auch auf Seiten der Sympathi- sierenden wiederfinden läßt, wenn auch mit anderer Ausrichtung. Tabelle 29: Assoziationen mit Afrikanern (n=567 Wiener) Übergruppe Detailgruppe Häufigkeit in % % d. Gruppe Extrem negative Einstellungen Ablehnung 14 2,48 verletzend 24 4,23 6,71 Sehr negative Asso-ziationen Kriminalität 89 15,7 0 Negative Eigenschaften 16 2,82 18,52 Assoziationen als (arme) Zuwanderer arm 21 3,70 Ausländer 17 3,00 6,70 Assoziationen als Opfer (Menschen mit Problemen) Problem 35 6,17 Opfer 50 8,82 14,99 rückständig 12 2,12 Natureinklang 5 0,88 Natur 31 5,47 Assoziationen mit Natur und dem un-veränderlichen Na-turmenschen Physis mit Hinweis auf Hautfarbe 19 3,35