Geist Metternichs 117 Der Geist Metternichs Chibo Onyeji 109 Es is ima des söbe. de an haum de guadn notn und de aundan san bled. ………… Christine Noestlinger, Iba de gaunz oaman Kinda. Als in der ersten Hälfte des 19. Jh. Ägypten den Versuch machte, sein Reich auf andere Kontinente auszudehnen, formte der österreichische Kanzler, Fürst Met- ternich, umgehend eine europäische Koalition gegen dieses Vorhaben, indem er folgendermaßen warnte: In this way one would see the realization of what has so often been an-nounced as the most redoubtable danger to Europe a new African power... 110 Hier könnte die für Europa am meisten zu fürchtende und oft angekün-digte Gefahr entstehen – eine neue afrikanische Macht... Die Idee oder besser die Angst davor, daß eine afrikanische Macht die größte Bedrohung für Europa darstellen könnte, ist interessant, nicht zuletzt deswegen, weil sie von einem europäischen Adeligen stammt. Man kann ohne Übertrei- bung sagen, daß Europas Beziehung zu Afrika im Laufe der Zeit kaum von et- was Anderem diktiert oder dominiert worden ist. Eine bemerkenswerte Analyse über Europas Beziehung zu Afrika ist Walter Rodney’s Buch „How Europe underdeveloped Africa“. Indem er Met- ternichs politischen Aussagen ökonomische Bedeutung gibt, charakterisiert er zugleich ziemlich genau Europas feste Absicht, die afrikanische Renaissance aufzuhalten und mehr noch, er zeigt in klaren einfachen Details, wie Europa sy- stematisch alles daran setzte, die Möglichkeit – jede Möglichkeit – einer auf- kommenden afrikanischen (Wirtschafts-) Macht im Keim zu ersticken. Rodney‘s Aussage wäre wohl auch ohne marxistische Argumentation ausgekommen, obwohl sie verständlich wird, wenn man bedenkt, daß der Mar- xismus zu dieser Zeit in Mode war. Während Rodney sich hauptsächlich für das „Wie“ der Ablehnung Europas gegenüber Afrika interessierte, ging Frantz Fa- 109 Dieses Kapitel entstammt dem nächsten Buch Chibo Onyejis. Er erteilte die Genehmigung des Abdrucks in deutscher Sprache. 110 Bernal (1987:248) zitiert hier Sabry, M. 1930. L’Empire Egyptien sous Mohamed-Ali et La Question d’Orient (1811-1849). Paris: Geuthner. Seite 135: " Mais ce serait précisément alors que l'on verrait se réaliser ce qui a été si souvent annoncé à l'Europe comme un danger des plu redou- tables une nouvelle puissance africaine..."