Erwin Ebermann338 flikte, subjektive Subventions- und Postenvergabe zu intervenieren, die ihre Existenz in Wien/Österreich erheblich erschweren. Die afrikanische Gemeinde sieht jedenfalls die klare Notwendigkeit verbesserter Zusammenarbeit. Von 153 Befragten waren 43,1% für die Gründung eines Dachverbandes der Afrikaner in Wien und nur 4,9% dagegen. Tabelle 110: Sollte ein afrikanischer Dachverband gegründet werden? Häufigkeit In % ja 62 43,1 weiß nicht 75 52,1 nein 7 4,9 Gesamt 144 100,0 Interne Hürden der Einigung Die Verteidigung des Reviers: Trotz der offensichtlichen Notwendigkeit eines Dachverbandes wehren sich verschiedene wichtige Mitglieder und Vereine der African Community dagegen. Gerade einige Persönlichkeiten, die mit ihren Ak- tionen viel für Afrikaner erreicht haben und denen es gelang, wegen der ausge- zeichneten Qualität ihrer Öffentlichkeitsarbeit eine höhere Förderungswahr- scheinlichkeit für zukünftige Vorhaben zu erreichen, haben Befürchtungen, daß ihre Budgetmittel in einem großen anonymen Topf aufgehen könnten. Sie be- fürchten teilweise, daß andere die Früchte ernten könnten, die sie gesät hatten. Gegenseitiges negatives Marketing: Wer sich mit Vertretern afrikanischer Ver- eine unterhält, ist oft bestürzt über die Vielzahl gegenseitiger Vorurteile. „Die- ser oder jener Verein arbeite eng mit der Polizei zusammen“ ist im Augenblick fast ein Todschlagsargument innerhalb der African Community. Als verdächtig- te Kooperationspartner (= Informanten) der Polizei habe ich bereits alle wichti- gen Gruppierungen beschuldigt gehört. Glaubwürdige Persönlichkeiten wie der Generalsekretär von ADA, Killian Okanwikpo, meinen: „Wir sollten aufhören, uns gegenseitig zu diffamieren, um an Subven-tionen zu gelangen. Nur wenn wir zusammenhalten, werden wir mehr erreichen.“ Sprachbarrieren: Auch nach 5 Jahren Aufenthalt spricht erst die Hälfte der an- glophonen Zuwanderer besser Deutsch. Die sehr unterschiedliche Beherrschung der deutschen Sprache durch englisch- und französischsprachige Afrikaner er- schwert auch die Kommunikation innerhalb der afrikanischen Gemeinde, was zu einer vermehrten Sprachlosigkeit zwischen Vereinen verschiedener Länder