Erwin Ebermann132 In diesem Zeitraum wurden nur 8,97% der Asylverfahren mit afrikanischen Asylwerbern zugunsten der Antragsteller entschieden, wobei 4/5 der erfolgrei- chen Antragsteller aus einem einzigen afrikanischen Land, dem Kongo, kamen. Das bedeutet, daß Asylwerber aus anderen afrikanischen Ländern fast keine Chance auf Anerkennung hatten. Der ständige Kampf mit der Illegalität Nach Österreich kommende Afrikaner haben große Schwierigkeiten, dem teil- weisen oder gänzlichen Abgleiten in die Illegalität zu entgehen. Der formale Zugang nach Österreich ist den meisten aus den oben beschriebenen Gründen verschlossen und der äußerst schwierige Zugang zum Arbeitsmarkt treibt teil- weise auch Menschen in die Illegalität, die über eine formale Aufenthaltsbe- rechtigung verfügen, wie Studierende, Familiennachzug oder Asylwerber. So müssen afrikanische Studierende pro Studienjahr Eigenmittel von etwa 5100 € nachweisen, dürfen in Österreich aber nicht arbeiten. In ihren Heimatländern entsprechen 5100 € meist dem Jahresgehalt eines leitenden Angestellten. In Ma- li verdient ein Volkschullehrer weniger als 80 €/Monat. Woher soll ein Studie- render aus Mali diese Mittel nehmen? Ähnlich geht es Asylwerbern, die aus der Bundesbetreuung herausfallen oder niemals in sie hineingelangen, und Erwach- senen im Zuge des Familiennachzugs. Die Zugewanderten entdecken, daß viele hier auftretende Probleme und Frustrationen von ihren Brüdern und Schwestern bei Heimatbesuchen ver- schwiegen wurden, weil sie als Erfolgsmenschen gelten wollten. Wenige hätten sich die realen Probleme mit Arbeitsgenehmigungen vorstellen können, mit oftmaligen Polizeikontrollen, mit einem häufig harschen Ton der Beamten ge- genüber Afrikanern. Diese Respektlosigkeiten scheinen nach unserer Studie 1991-93 Angehörige der Mittel- und Oberschicht noch härter zu treffen als an- dere, die auch in Afrika als Angehörige von Minoritäten mitunter Diskriminie- rung erlebten. Die Erwartungen der Familie liegen gleichzeitig wie Müllsäcke auf den Schultern. Die Versuchung des Drogenhandels Vielen Afrikanern geht es in Österreich wie Personen, die an der Börse auf Kredit spekulierten und plötzlich mit einem Börsencrash konfrontiert sind. Sie müssen Gewinne abwerfen, wollen sie nicht in der eigenen Familie und im Freundeskreis des Herkunftslandes als Versager gelten. Gleichzeitig wachsen die Belastungen im materiellen wie privaten Bereich in einem unvorhergesehe- nen Ausmaß. Andere afrikanische Zuwanderer, die ihnen in der ersten Phase mit Unterkunft und Essen halfen, machen ihnen nun oft klar, daß ihre eigene Belastungsgrenze erreicht ist. Sie leben häufig selbst in prekären Verhältnissen