DIE SITUATION AFRIKANISCHER FRAUEN IN WIEN

Ein Überblick von Mag a . Ishraga Mustafa Hamid Ich fand in drei Studien seit 1997 heraus, daß die Situation afrikanischer Frauen besorgniserregend ist 16 . Afrikanerinnen kommen aus verschiedenen Gründen nach Österreich, wie Studium; Familiennachzug, Arbeit oder politische Verfol- gung. Weitere Ursachen sind Naturkatastrophen, Krieg oder längerer Verbleib nach ursprünglich als Besuch geplanten Aufenthalten. Für die erste Studie befragte ich Frauen im Alter zwischen 17-52 Jahren aus 17 verschiedenen afrikanischen Ländern mit ca. 30 verschiedenen Mutter- sprachen. Das Ausbildungsniveau der Frauen ist sehr hoch, ca. 80% haben min- destens einen Mittelschulabschluss; 37% von ihnen haben zusätzlich ein Studi- um abgeschlossen. Bei sehr unterschiedlichen Bildungssystemen in den Her- kunftsländern beträgt die durchschnittliche Schulbesuchsdauer 14 Jahre. Die berufliche Situation ist prekär: bis auf drei Frauen, die bei der UNO beschäftigt sind, arbeitet keine der Befragten mit Studienabschluß auch nur an- nähernd ihrer Ausbildung entsprechend. Die konkreten Beschäftigungen liegen im Gegensatz zum Bildungsniveau fast ausschließlich im Hilfsarbeiterbereich. 40,6% der Befragten waren nach der Studie 1997 berufstätig. Längere Verweil- dauer erhöht trotz besserer Sprachkenntnisse nicht die Wahrscheinlichkeit und Qualifikation ihrer Beschäftigung. Die zweite Studie 17 ergab, daß 17,5 % der Befragten seit weniger als ei- nem Jahr in Wien leben, 42,5% der Befragten seit 1-4 Jahren, 27,5% seit 5-8 und 12,5% mehr als 8 Jahre. 70,1% der Befragten machten bei der Arbeitsuche schlechte/sehr schlechte Erfahrungen 18 . 80% gaben an, daß sie beim Arbeits- marktservice schlechte bzw. sehr schlechte Erfahrung gemacht hätten. 44% der Befragten fühlten sich vom AMS in unterschiedlichem Maße diskriminiert. Rassismus und Alltagsdiskriminierung Bei der ersten Studie fühlten sich 80% der Befragten diskriminiert. Die Studie Rassismus-Sexismus zeigte, daß sich 20% der Befragten oft diskriminiert emp- finden, 28% fühlen sich als Frauen diskriminiert. Hauptverantwortlich für die 16 Integration zwischen Regen und Fata Morgana: Ansichten und Aussichten der Afrikanerinnen in Wien. 1997. Unterstützt vom Wiener Integrationsfonds. 17 Reproduktive Gesundheit von Migrantinnen aus Afrika und der arabischen Welt. 2000. Unter- stützt vom Büro der Gesundheitsbeauftragten der Stadt Wien. Dabei wurden 100 Frauen aus Afri- ka und dem arabischem Raum befragt. 18 Rassismus- Sexismus: Erfahrung von afrikanischen Migrantinnen in Wien. 2001. Unterstützt vom Renner-Institut und dem Verein Frauensolidarität. Dabei wurden 50 Afrikanerinnen per Fra- gebogen befragt und 20 Afrikanerinnen interviewt, dazu kamen 20 qualitative Interviews mit Ös- terreicher/innen.