Suche nach Gold 211 Tagesordnung. „Wer ist der Beste?“ macht jedem zu schaffen. Die Einheimi- schen wissen auch nicht, wie sie mit Dir richtig umgehen können. Sie sehen Dich an, wie wenn Du von einem anderen Planeten kommen würdest. Oft kommt es durch Scherze und „amüsante“ Erzählungen zu Mißverständnissen. Es gibt daher sehr viel im Bereich des interkulturellen Begegnungsfeldes zu tun, um die Isolierung von Afrikanern aufzuheben. Das System ist unbarmherzig, Du akzeptierst es als Naturgesetz und nicht aus freien Stücken. Der häufigste Fehler (der Afrikaner) besteht darin, sich folgende Fragen nicht zu stellen: Ertrage ich diese Lebensweise? Werde ich jemals in dieses System hineinpassen? Was sind eigentlich meine wirklichen Prioritäten? Der größte Fehler besteht darin, sich die eigene Schulbildung und die damit verbundenen Erwartungshaltungen vor Augen zu halten: „Wofür habe ich die ganzen Jahre studiert? Daß ich jetzt Taxi fahre, in der Küche arbeite, babysitte, Straßen kehre, Werbematerial verteile?“ Die meisten Migranten haben eine akzeptable Ausbildung und finden dennoch kaum entsprechende Arbeitsstellen. Die meisten Arbeitsplätze sind so spezialisiert, daß die allgemeinere Ausbildung in afrikanischen Ländern als un- genügend eingeschätzt wird, was durch das dortige Fehlen des EDV-Unterrichts wesentlich verschärft wird. Darüber hinaus beherrschen afrikanische Migranten oft die deutsche Sprache nicht ausreichend, was zu vielen Problemen führt. Und zuallerletzt kommen afrikanische Migranten oft in einem etwas höheren Alter nach Europa. Wenn sie Arbeit suchen, sollen sie bereits konkrete Arbeitserfah- rung nachweisen, die sie nicht haben. Als Folge akzeptieren sie Arbeiten, die deutlich unter ihrem Ausbildungsniveau liegen und die sie vor ihren Freunden und Familienangehörigen geheim halten, weil sie sich schämen. Warum tun sich dies afrikanische Migranten an? Auf ihnen lastet ein immenser Druck, erfolgreich zu sein und die Familie zuhause zu unterstützen. Man denkt daran, wie man bei der Ausbildung von der Großfamilie unterstützt wurde, daß man als Investition in die Zukunft betrachtet wurde: für Verwandte, die keine Versicherung, keinen Pensionsanspruch haben u.v.m. Man denkt dar- an, daß andere Brüder und Schwestern zu Hause bleiben mußten, nicht zur Schule gehen konnten, weil man alle verfügbaren Mittel der Familie für seine Ausbildung beanspruchte, Gelder, die auch ihnen hätten helfen können... Man hat das Bild der erschöpften Mutter bei Sonne und Regen vor Au- gen, wie sie sich abmühte, die enormen Mittel für Nahrung und Schulkosten aufzutreiben. Der Druck aus den Bildern der Vergangenheit ist so übermächtig, daß man gezwungen ist, jede Art von Arbeit zu akzeptieren, jede noch so ge- meine Art von Rassismus zu ertragen, jede Herabsetzung, nur um seine Familie