Januarius Sseruwagi212 nicht zu enttäuschen, um in ihr als Erfolgsmensch zu gelten. Man hörte zuhause so oft Geschichten vom Sohn oder der Tochter anderer Familien, die nach Lon- don oder Boston gingen und angeblich innerhalb kürzester Zeit ihrer Familie viel Geld heimgesandt und ein Haus für ihre alternden Eltern gebaut hätten. Man hört so viele Geschichten von erfolgreichen afrikanischen Migranten und ihren Wunderleistungen, daß sie einen nicht mehr ruhig schlafen lassen. Man muß Erfolg haben, egal wie. Was soll man beim nächsten Heimaturlaub seiner Familie erzählen? Wenn die Arbeitgeber eine kleine Ahnung vom Druck hätten, unter dem Afrikaner stehen, würden sie ihnen vielleicht häufiger Jobs geben... Aber die Arbeitgeber stellen sich ganz andere Fragen, die sie hundert- mal überlegen lassen, bevor sie Afrikanern Arbeit geben, wie z.B.: Sind Afrikaner vertrauenswürdig? Sind sie pünktlich? Sind sie leistungswillig oder faul? Sind sie genügend intelligent, haben sie Power? Es gibt das Sprichwort „Nicht alles, was glänzt, ist Gold.“. Die Menschen in Afrika glauben, daß alles stimmt, was ihnen die Medien über Europa erzählen und dementsprechend verklärt ist ihr Bild dieses Kontinents. Sie kennen die bit- tere Realität nicht, daß Mittel auch hier knapp sind und auch Arbeitsplätze nicht ausreichend verfügbar sind. Es ist leider wahr, daß die Afrikaner, die nach Eu- ropa kommen, ihren Landsleuten zuhause nicht die volle Wahrheit über die bru- tale Auslese erzählen, die auch vor Europäern nicht halt macht. Je länger man in Europa bleibt, desto mehr erkennt man, daß es zuhause am schönsten ist, wor- auf man von einer unerträglichen Sehnsucht geplagt wird... Hoffnung geben sogenannte Integrationszentren, die Zuwanderern hel- fen, die Sprache zu erlernen. Ich wurde oft schlecht verstanden, weil ich häufig Ausdrücke meiner Muttersprache in deutschen Sätzen verwendete. Die Sprache kann auch ein Mittel der kulturellen Assimilation sein. In diesen Kursen lernt man einige sehr nützliche Dinge, wie z.B. wie man sich verhalten sollte, wenn man mit seinem Chef essen oder etwas trinken geht. Zahlt er oder zahlst du selbst? Man erfährt von der lokalen Bedeutung von Pünktlichkeit und Zeitma- nagement, wann welche Art von Kleidung erwünscht ist. Man erfährt von Hin- tergründen, daß nicht alles, was vordergründig glitzert, wirklich Gold ist. Es liegt hier weder Geld noch Gold auf der Straße herum. Über diese Enttäuschun- gen könnte man noch lange sprechen.... Nur in einem Arbeitsbereich haben Afrikaner mehr Hoffnung und Chancen: im EDV-Bereich. In ihm werden Afrikaner relativ wenig diskrimi- niert, weil es einen großen Arbeitskräftemangel gibt und daher auch Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe gefragt sind. Das klingt toll, aber wie viele Af- rikaner haben schon eine gute EDV-Ausbildung? Wiederum nur etwas, das glit- zert, aber nicht Gold ist?