Erwin Ebermann14 von Samo aus unterschiedlichen Dörfern oft zur Kommunikation verwendet wird und – falls er zur Schule ging - auch die Nationalsprache Französisch. Zieht er in eine andere Region, muß er dort vielleicht eine weitere dominante Sprache erlernen, kommt er aus einer Ehe mit verschiedensprachigen Partnern, könnte eine weitere Sprache dazukommen; kommt er nach Europa, muß er in Österreich auch noch Deutsch lernen. Die angegebene Vielsprachigkeit der Afrikaner Wiens ist durchaus möglich, aber sie erweckt fälschlicherweise den Eindruck, daß sie deshalb keine sprachlichen Integrationsprobleme in Wien hätten: Tabelle 12: Wie gut sprechen Sie Deutsch? (n=152) Häufigkeit in % sehr gut 33 21,7 gut 49 32,2 befriedigend 44 28,9 kaum 21 13,8 gar nicht 5 3,3 Etwas mehr als die Hälfte der Afrikaner spricht nach Eigenangaben gut oder sehr gut Deutsch, was für qualifizierte Jobs, abgesehen vom internationalen Be- reich, wahrscheinlich das Mindesterfordernis ist. Das Bild wird differenzierter, zieht man die sprachliche Herkunft der afrikanischen Zuwanderer in Betracht: Tabelle 13: Deutschkenntnisse und Nationalsprache Gute Deutschkenntnisse nach .. Jahren (in %) 80,6 50 24,4 92,3 66,7 50 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 0-4 J. 5-8 J. 9 und mehr Jahre Anglophone nicht Anglophone 67,4% der nicht anglophonen, aber nur 49% der anglophonen Afrikaner spre- chen besser Deutsch. Frankophone scheinen häufiger über gute Sprachkenntnis- se zu verfügen, egal welche Aufenthaltsdauer man betrachtet. Die Erklärung für die gesteigerte Bereitschaft der frankophonen Afrikaner zum Erlernen des Deut- schen dürfte v.a. darin liegen, daß Französisch nur von wenigen Österreichern