Erwin Ebermann32 DIE WELT DER VORURTEILE Die Gesellschaft, in die sie kamen Personengruppen mit fremdenfeindlichen Tendenzen Wer neigt besonders zu Vorurteilen gegenüber Zuwanderern? Wichtige Studien stimmen weitgehend überein, daß bestimmte Bevölkerungsgruppen überdurch- schnittlich häufig fremdenablehnende Einstellungen zeigen. Nach der europaweiten SORA-Studie 19 (2001:11) hängen Fremdenfeindlichkeit und -akzeptanz besonders mit folgenden Eigenheiten der Befragten zusammen: Wahlverhalten: Die Anhänger rechtsgerichteter oder nationalistischer Par- teien sind besonders häufig fremdenablehnend, Grünwähler hingegen am seltensten; Bildung: Mit steigender Bildung der Befragten sinkt die Ablehnung von Zuwanderern; Zufriedenheit mit der eigenen Situation: je zufriedener, um so toleranter; Familiäre Beziehungen zu Menschen anderer Kulturen, Religionen, Natio- nalität und ethnischer Herkunft: Mit persönlichen und intensiven Begeg- nungen ergibt sich leichter ein realistisches Bild von Zuwanderern; Erfahrung mit Arbeitslosigkeit: Mit dem durch Arbeitslosigkeit ausgelösten Frust steigt die Ablehnung von Zuwanderern, die man in der bedrohlichen Situation als zusätzliche Konkurrenten empfindet; Pessimistische Zukunftserwartungen bezüglich der eigenen Lebenssituation. Auch Minoritäten, häufig also ehemalige Zuwanderer, sollen im Vergleich mit dominierenden Bevölkerungsgruppen stärkere fremdenablehnende Tendenzen zeigen (SORA 2001:20) 20 . Dies dürfte damit zusammenhängen, daß ihre indivi- duelle Lebenssituation in oft marginalisierten Bereichen durch Zuwanderung (sog. „Unterschichtung“) stärker bedroht sein könnte, was zu pessimistischeren Zukunftsaussichten (s.o.) führt. Die Sozialforscher der SORA-Studie teilten die befragten Europäer nach ihren Einstellungen in vier verschiedene Gruppen: 19 SORA 2001:11. Voting behaviour, education, satisfaction with one’s personal situation, family relationships to persons of different race, religion, nationality and culture, and experience with unemployment are the variables that explain variations within the sum indices best. 20 People who define themselves as part of a minority group tend to have more negative attitudes towards minority groups than people from the majority group. This difference remains even when controlled for age and education. A possible explanation for this phenomenon may be the greater fear of economic and social competition among members of different minorities and between established minorities and new waves of immigrants .